Geschichtliches

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GESCHICHTE der Reitgesellschaft Wiedikon

Der eigentliche Ursprung der Gründung der Reitgesellschaft Wiedikon (RGW) war das Interesse von Nichtkavalleristen, sich zu organisieren. Damals, zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts, befanden sich in Zürich viele Gewerbetreibende und Offiziere mit eigenen Pferden, welche aber mangels militärischer Pferdeausbildung nicht in einen Kavallerieverein eintreten durften. Die RGW wurde am 23. März 1906 von einem fünfköpfigen Initiativkomitee gegründet. Zweck war die Übung und Vervollkommnung der Reiterei wie auch die Pflege der Freundschaft. Dazu wurden jährlich fünf obligatorische Ausritte, fakultative Ausritte und Ausfahrten, gesellschaftliche Anlässe, Vorträge und Reitkurse organisiert. Diese Aktivitäten sind heute noch im aktuellen Jahresprogramm zu finden. Am 24. Mai 1906 fand der erste Ritt vom Restaurant Falken in Wiedikon nach Regensdorf statt. Ab 1907 nahm die RGW regelmässig am Sechseläuten der Zürcher Zünfte als Reitergruppe der Zunft zu Wiedikon teil. Während in den Anfangsjahren die Aktivitäten in und um Zürich stattfanden, entwickelte sich bis heute schon bald eine überregional tätige Gesellschaft. 1927 wurde ein Dreitagesritt über 257 km nach Appenzell organisiert. Weitere Aktivitäten waren ein Kirchturmritt, eine Springprüfung und eine Fuchsjagd.  Regelmässig fanden auch Reiterferien in Kerzers, im Jura, in Lausanne, im Engadin, im Elsass, in Maienfeld und im Schwarzwald statt. Über viele Jahre wurden auch Blueschtfahrten und Familienfeste durchgeführt.

Mitglieder der RGW waren häufig auch grosse Persönlichkeiten. Darunter fanden und finden sich namhafte Rennpferdebesitzer, international bekannte Richter und Reitlehrer, erfolgreiche Pferdesportler (unter anderem ein Olympia- Silbermedaillengewinner), der Gründer der Zeitschrift „Schweizer Kavallerist" sowie bekannte Pferdemaler und Grössen aus Wirtschaft und Politik.

Das Gemeinsame, Verbindende an diesen Anlässen war stets das Erlebnis mit dem Pferd und die Pflege der Kameradschaft. Am besten beschrieben wird diese Tatsache durch den folgenden Vers, welcher im Jahr 1930 in einem Protokollbuch der RGW festgehalten wird:

„Nur wessen Herz am Pferde hängt
kennt Reiterseligkeiten.
Nur wer es in den Sattel drängt
versteht die Sehnsucht reiten."